Freitag, 16. Oktober 2015

Ernährung und Krebs


Krebs lässt sich auch durch die beste Ernährung nicht 100%ig verhindern. Was gute Ernährung ist? Ich glaube langsam, man kann es gar nicht richtig machen. Erst gestern ging eine Studie durch die Medien, die besagt, dass die hochgelobten Antioxidantien, das Wundermittel gegen Krebs, nur bei Leuten helfen, die noch keinen Krebs hatten. Bei Krebspatienten hingegen sollen Antioxidantien die Krebszellen schützen, was ja irgendwie dann auch wieder schlecht ist.
Aber irgendwas muss ich essen und so habe ich, mithilfe von Frau Dr. Bihlmaiers Buch folgendes ausgeheckt: was bekanntermaßen krebserregend ist, fliegt raus aus dem Speiseplan, was möglicherweise gegen Krebs hilft, darf mehr werden. V.a. soll möglichst viel Verschiedenes auf den Speiseplan, am besten frisch, denn diese ganzen Zusatzstoffe in möglichst haltbar gemachten Convenientprodukten braucht ja auch kein Mensch. Tatsächlich werde ich inzwischen mißtrauisch, wenn ein Nahrungsmittel mehr als 10 Inhaltsstoffe hat. 


Außerdem 
- möglichst viel Vollkorn, Verzicht auf weißes Mehl. Insgesamt möglichst viel unterschiedliches, Emmer, Dinkel, Weizen, Einkorn, Kokosmehl
- Rohrohrzucker statt raffinierter, weißer. Das schließt die Mehrzahl konventioneller Produkte aus dem Supermarkt aus. Für einiges gibt es im Biomarkt gute Alternativen, z.B. bei Schokolade
- lieber eine Vielfalt an unterschiedlichen Salzsorten (z.B. Meersalz, Himalayasalz) statt "Speisesalz" und der Versuch, einen Teil durch Gomasio zu ersetzen. Langfristig ist das Ziel, mit weniger Salz auszukommen
- Verzicht auf Wurst, die in 90% der Fälle mit Nitritpökelsalz hergestellt wird. Einige Bio-Wursthersteller bieten inzwischen Wurst an, die ohne Nitritpökelsalz auskommt, z.B. Demeter oder Königshofer - so bekommt immerhin meine Familie ab und an zu ein klein wenig Wurst
- kein oder kaum rotes Fleisch, nur ab und an Geflügel und gerne Fisch
- möglichst vieles davon in Bio-Qualität, weil ich keine krebserregenden Spritzmittel o.ä. mitessen möchte
- viel Rohkost, weil es Untersuchungen gibt, nach denen Veganer zu 40% weniger Krebs bekommen. Das scheint am hohen Rohkostanteil zu liegen
- keine Kuhmilch, Sahne, Joghurt, Pudding ... das Zeug hat einen insgesamt schlechten Ruf und vermutlich ist die Menge, in der wir Milchprodukte  zu uns nehmen, zu groß. Zumindestens kann einem der Gedanke kommen, wenn man mal darauf achtet, wie viel Raum sie im Supermarkt einnehmen - etwa ein Viertel, oder? Nur auf Käse in moderater Menge mag ich nicht verzichten und ab und an ein kleines Stück Biobutter darf auch 
- keine mit Fett erhitzten Kartoffelprodukte und nur vorsichtig erhitztes mit (Vollkorn-)Paniermehl wegen des beim Erhitzen entstehenden, krebserregenden Acrylamids. Das betrifft auch Toastbrot und Pfannkuchen. D.h. keine Pommes, keine Bratkartoffeln und keine Chips. Stattdessen gibt es ganz manchmal Maischips, die nicht gar so doll belastet sind



Und warum das alles? Weil der Krebs ja irgendwo herkommen muss und mir, da ich weder rauche, noch übergewichtig bin, noch mit gesundheitsschädlichen Chemikalien arbeite, einfach nicht so viel einfällt, was die Ursache sein könnte. Außer vielleicht die Ernährung. Zugegebenermaßen habe ich "vorher" reichlich gepökelte Wurst, viel Fleisch und Weißmehlprodukte zu mir genommen, Obst und Gemüse zumindest nicht übertrieben viel.
Und weil ich glaube, dass essen Spaß machen soll, sind das oben alles keine in Stein gemeißelten Regeln. Ich glaube, das Wichtigste ist, sich vielfältig und ausgewogen zu ernähren. Und wenn da jetzt mal was nicht ganz so optimales dabei ist, werde ich hoffentlich auch nicht sofort daran sterben. Hauptsache, die grobe Richtung stimmt.

Kommentare:

  1. "Weil der Krebs ja irgendwo herkommen muss"
    Krebs ist ein stochastisches Ereignis und hat keine direkte Ursache. Man kann halt seine statistischen Chancen (vermutlich) ein bisschen verbessern oder (im Fall des Rauchens deutlich) verschlechtern. Mehr ist nicht drin, sorry.
    Hoch dosierte Antioxidanzien sind generell nicht so geil für die Zellchemie und befördern wahrscheinlich bestimmte Krebsarten, insofern wäre ich da (genauso wie bei "Vitaminen") mit Supplementen sehr vorsichtig.

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    1. Also betrifft die Studie nur Antioxidantien, die als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden? Ich hatte sowas vermutet, weißt du es genauer?
      Was Krebsursachen angeht, so glaube ich, wie sonst auch, nicht an Monokausalitäten. Die Ernährung ist aber halt eine der wenigen Stellschrauben, an denen ich drehen kann. Und da keiner die genauen Ursachen für meinen Krebs kennt, kann es nur darum gehen, dass es mir mit allem, was ich tue, gefühlsmäßig und vom Allgemeinzustand her besser geht. Ich habe ja nicht behauptet, dass es wissenschaftlich erwiesen ist, dass falsche Ernährung Ursache meines Krebses ist (deshalb bin ich etwas irritiert über den ein wenig schnippischen Kommentar, zumal ich ja eingangs schon schrieb, dass man Krebs mittels Ernährung nicht unbedingt verhindern kann - habe ich da bei dir irgendwas angetriggert?)

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    2. Gna, jetzt ist mein Kommentar weggeflogen. :-/ Die Kurzform: Ich weiß, dass du das weißt, ich wollte es nur für dein Publikum noch mal klar sagen. Und es sollte auch keineswegs schnippisch klingen, das war halt während der Arbeitszeit... *hust* Tut mir Leid, dass das so rübergekommen ist.

      Antioxidanzien: Ob die Dinger aus der Nahrung oder aus Pillen kommen, ist erstmal egal. Aber die Mengen in der Nahrung kann der Körper ganz gut ab, das ist gepuffert, vergleichbar mit dem pH. Die großen Mengen in vielen Kapseln dürften den Puffer halt überladen und ggf. Probleme verursachen.

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    3. Endlich tut mal jemand Butter bei die Fische. Mit diesen Aussagen kann ich was anfangen, vielen Dank!

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  2. Es freut mich zu lesen wie du mit Elan an die Sache ran gehst, das Heft in die Hand nimmst. Hauptsache dir geht es gut dabei ob es jetzt stimmt oder nicht.

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