Donnerstag, 2. April 2015

Ist der Arsch weg?

Die von mir viel geliebte Twittereuse Ghislaine von Bunsen fragte angesichts des Jahrestages meiner Krebsdiagnose auf Twitter, was denn jetzt Stand der Dinge sei, also bitte: der eine Arsch ist weg (Krebs), dafür habe ich mehr vom anderen (an meiner Rückseite). Das unter Cortison angefutterte Gewicht wird einfach nicht weniger, mäh!
Inzwischen habe ich 7 Wochen Bestrahlung hinter mich gebracht. Jeden Morgen um sieben wurde ich vom Taxi abgeholt und in die Klinik gefahren. Halbe Stunde hin, 5 Minuten warten, 5 Minuten Behandlung, 30 Minuten zurück. Also habe ich vor allem viel Zeit mit "meinem" Taxifahrer verbracht. Der fuhr außer mir noch ne Menge anderer Kranker zu ihren Therapien und man könnte nun eine schöne Studie darüber machen, was das mit einem macht, ständig Krankengeschichten zu hören. 
Er ist 33 Jahre jung, der Herr Fahrer, ein mutmaßlich gesunder Mensch, glaubt aber ständig, mit ihm stimme etwas nicht. Inzwischen hat er Lunge, Magen, Darm, Leber und vermutlich noch einiges mehr untersuchen lassen und - na? - is nix gefunden worden. Außerdem bringt ihn ein kleines Steinchen in seinem Taxi, dass er absolut nicht ausfindig machen kann, das aber in jeder Kurve hörbar auf die andere Seite kullert, allmählich um den Verstand. Sollten Sie am Taxistand einen Fahrer sehen, der sein Auto komplett auseinander nimmt und flucht, weil er nichts findet - grüßen Sie ihn schön von mir!

Die Behandlung bestand zum größten Teil aus rumgeschubst werden, bis man nämlich exakt so liegt, wie dieses Bestrahlungsmonstrum das braucht. Die Bestrahlung selbst dauert insgesamt (es wird aus verschiedenen Positionen bestrahlt) nicht mal ne Minute. Da die Bestrahlung im kleinen Kreisklinikum und nicht an der Uniklinik gemacht wurde, kam ich nun einige Wochen in den Genuss echter schwäbischer Stoffeligkeit, hach! 

Der durch die Bestrahlung verursachte "Sonnenbrand" ist schon fast wieder weg und ich darf ab nächster Woche wieder baden, schwimmen und (das ist die Stelle, an der Sie dankbar sind, dass es kein Geruchsinternet gibt) wieder Deo benutzen, yay!

Damit's nicht langweilig wird, bekomme ich seit einigen Tagen Tamoxifen, das ist dieses Anti-Hormondings, das ich nehme, um endlich in die Wechseljahre zu kommen. War ja auch kaum mehr auszuhalten, dieses jung sein. 

In knapp zwei Wochen dürfen Babytochter und ich in Reha gehen. Ein perfekter Zeitpunkt, sie fremdelt nämlich gerade so schön. Wir werden berichten.

Kommentare:

  1. Der Cortison-Arsch gaht dann demnächst auch noch.

    AntwortenLöschen
  2. *drück*

    Treten Sie einfach allem in den selbigen und schicken Sie sie in die ewigen Jagdgründe.

    Von hier aus alles Liebe und Gute weiterhin.

    AntwortenLöschen
  3. Gut! Also, fast alles. Natürlich vor allem, dass es kein Geruchsinternet gibt. - Eine wunderschöne Reha euch beiden! <3

    AntwortenLöschen
  4. Alles sehr lästig. Aber Hauptsache, Du hast es so weit geschafft. Ich drücke die Daumen, dass es weiter aufwärts geht!

    AntwortenLöschen
  5. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen