Dienstag, 3. Dezember 2013

Von Leere und dem Mehr darin

Von Zeit zu Zeit brauche ich das: eine ganze Weile alleine sein. Nicht aus dem Haus gehen, niemanden sehen und sprechen. In mir ruhen, zu mir kommen. In meinem Rhythmus leben, die Dinge in meiner Geschwindigkeit und ganz nach Lust und Laune tun und lassen. Ich vermute, dass das, von außen gesehen, ziemlich nah ans faul sein rankommt. Dabei passiert genau dann am meisten. Ich merke wieder, was für mich richtig und falsch ist und schöpfe viel Kraft. Es ist ein bisschen verrückt, aber diese Zeiten, in denen der input von außen so minimal ist, empfinde ich vielfach als intensiver als vieles andere. Einfach sein können ohne jegliches müssen. Kennt ihr das? Und genau dann werde ich wieder empfänglich für die Schönheit, die mich umgibt. Für Bilder, Musik…  Scheinbar braucht es manchmal Leere, um Fülle zu empfinden. Verrückt.

Kommentare:

  1. Ich kenne das nur zu gut ;-)) und mittlerweile finde ich das überhaupt nicht mehr verrückt, sondern einfach notwendig. "Danach" hab ich auch wieder Power, gute Laune ... und so weiter. Kriege ich meine "Auszeit" aber nicht, werde ich grantig, mufflig, unproduktiv ... und so weiter. Fazit: regelmäßige "Auszeit" = notwendig, so wie's Auto auch an die Tankstelle muß ;-)

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  2. Sehr geehrtes Frollein,

    da kann ich nur voll und ganz zustimmen! Es ist für mich mit die schwierigste Zeit meines Lebens gewesen, vor lauter Pflichten – Arbeit, Familie, Haus und Hof – nicht mehr diese Time-Outs nehmen zu können, die ich auch geradezu brauche.

    Sich einfach mal fallen lassen zu können, Leere in dem summenden Kopf einziehen zu lassen und dann dieses schöne Gefühl wahrzunehmen, dass da – ganz von selbst – völlig frische Gedanken und Ideen auftauchen. Oder einfach Nichts, was dann auch okay war.

    Bin ich froh, dass ich mich nicht alleine faul fühlen muss! ;-)

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  3. Ich finde es vor allem wichtig, um die Dinge, die ich sonst tue, wieder mit mehr Elan und Kreativität tun zu können. Und um die Dinge weglassen/ verändern zu können, die mich leersaugen. Welche das sind, ist mir manchmal gar nicht so klar, wenn ich erstmal mitten in meinem Alltags-Trott bin.

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  4. Gut beschrieben [insbesondere "Scheinbar braucht es manchmal Leere, um Fülle zu empfinden. Verrückt." <3]! Ich fange dann 1000 Dinge an - und bekomme aber auch bis abends so gut wie alles davon fertig, wenn ich allein vor mich hinbröseln kann. Leider verträgt sich das überhaupt nicht gut mit Anwesenheit anderer Menschen, ist also aufgrund von Verheiratung etwas seltener möglich! *g

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