Montag, 8. Juli 2013

Das Fröhlich-Gebot

Wenn man uns fragt, wie es uns geht, geht es uns gut. Meistens. Kommt vielleicht noch ein bisschen darauf an, wer fragt. Wir lächeln, cheese, Spaghetti und der ganze Mist. Aber das ist noch nicht alles. Es gibt nicht nur Lächeln im Leben. Es gibt auch Trauer, Angst, Bedrücktheit, Freudlosigkeit, Einsamkeit, Verzweiflung, Hilflosigkeit... und hier würdest du am liebsten aufhören zu lesen, nicht? Wir wollen das nicht haben, nicht sehen, weg damit! Sei fröhlich, lächel doch mal!


Ich will aber nicht immer lächeln. Mir ist nicht immer nach lächeln zumute - euch etwa? Das Leben ist schön. Und manchmal schwierig. Fröhlich und manchmal ekelhaft. Eine ganze Palette von Gefühlen will gelebt und erlebt werden. Weg mit dem Fröhlich-Gebot!

Ich habe ein paar schwierige, traurige Momente erlebt und musste erst lernen, sie nicht lachend zu erzählen. Sie sind nicht zum Lachen. Sie sind zum Weinen. Wo hat das Weinen seinen Platz in unserer Gesellschaft?

Ich finde, das Positive wird oftmals zu positiv bewertet, über alles gestellt. Und ich wünsche mir, dass wir uns wieder mehr trauen, auch andere Gefühle zu zeigen - wenn sie nur echt sind! Und ihr so?

Kommentare:

  1. Gefühle zeigen zählen in unserer Gesellschaft nicht gerade zu Stärken, schonen kleinen Jungs wird immer wieder gesagt "Weine nicht, dass machen Jungs nicht". Doch das stärkste ist als Mensch eben seine Gefühle zu zeigen und wenn ich es will und möchte diese auch zu zeigen. Wenn es mir schlecht geht, muss ich nicht lächeln. Aber dies sind Lernprozesse die man lernen muss und für mich persönlich bin ich sehr glücklich das ich meine Gefühle zeige. Ja, wenn man Gefühle zeigt kann man auch verletzt werden und vielleicht aus dieser Angst heraus verstecken viele Menschen Ihre Gefühle.

    Ich bin sehr glücklich Dich zu kennen liebe Heike.
    Ganz liebe Grüsse sendet Dir Dani

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  2. Du sagst es: andere Gefühle zu zeigen, dazu gehört "sich trauen". Ich bin am liebsten allein, wenn es mir nicht gut geht. Vielleicht weil ich dann alles andere besser gebrauchen kann als Menschen, die nachfragen oder wissen möchten, woran es liegt, das ich NICHT fröhlich oder gut gelaunt bin.

    Das ist mir zu nah. Dafür muss ich den anderen trauen können, meine Traurigkeit, Schwäche oder meine belegte Stimmung nicht auszunutzen. Vertrauen braucht es. Da gibt es nur wenige, denen ich mich dann anvertrauen möchte.

    Also braucht es mehr "trauen"?


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    1. oh, hoppsa, habe deinen schönen und weisen kommentar zum freischalten übersehen. danke!!

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